Praxisbeispiele für eine erfolgreiche Mediation bei Teamkonflikten

Mediation zur Senkung der Mitarbeiterfluktuation und Ermöglichung von Unternehmenswachstum

Darstellung Ausgangslage

In einer Pflegeeinrichtung in einer ländlichen Gegend Deutschlands wurden wir als Mediatoren hinzugerufen. Der Geschäftsführer hatte zu uns Kontakt aufgenommen, da der Ruf der Pflegeeinrichtung in den vergangenen Jahren gelitten hatte und die Stimmung unter seinen Angestellten merklich angespannt war. Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter erwies sich als äußerst schwer, da sich bereits in der Branche herumgesprochen hatte, dass in der Pflegeeinrichtung ein schlechtes Arbeitsklima herrschte. Die Unzufriedenheit war spürbar, der Grund jedoch nicht greifbar.

Der Konflikt

Der Geschäftsführer und Auftragsinitiator hatte seine Position erst seit kurzer Zeit inne. Der Wechsel in die Führungsposition war für ihn mit Beziehungsveränderungen zu den weiteren Mitarbeitern versehen. Sein Vorhaben das Unternehmen zu vergrößern, fiel bei diesen auf Widerstand. Zuvor hatte der Vater des Geschäftsführers den Betrieb jahrelang geführt, den er auch eigenständig aufgebaut hatte. Sein Führungsstil galt als strikt und konservativ. Trotz seines Ausscheidens war er im Betriebsalltag weiterhin präsent. Dies führte zu immer wiederkehrenden Kompetenzkonflikten, die die Mitarbeiter in Zielkonflikte brachten.

Die Konfliktpartner

In dem hier beschriebenen Fall handelt es sich um einen innerbetrieblichen und gleichzeitig um einen familiären Konflikt. Es stellte sich heraus, dass unterschiedliche Konflikte sich in der Pflegeeinrichtung parallel und zwischen unterschiedlichen Parteien zutrugen.

Das Vorgehen

Das Mediationsverfahren bestand aus vielen Einzelgesprächen mit allen Mitarbeitern und im Anschluss aus mehreren gemeinsamen Sitzungen. Nur durch die Einzelgespräche war es überhaupt möglich, ein offenes Gespräch mit allen Beteiligten zu erzielen.

Ergebnisse

Die Mediation hat dazu beigetragen, eine Kommunikationskultur im Pflegeunternehmen zu etablieren. Die Stimmung im Team konnte deutlich verbessert werden. Die Fluktuation konnte im letzten Jahr von 20% auf 3% gesenkt werden. Schriftlich und vertragsgültig wurde festgehalten, dass ab sofort regelmäßige Teamsitzungen stattfinden sollen. Eine Kultur der Transparenz ist nun Leitlinie der Pflegeeinrichtung.

Des Weiteren hat sich der ehemalige Geschäftsführer dazu bereit erklärt, sich weitgehend aus den Angelegenheiten des Unternehmens herauszuhalten. Sein Sohn kann nun als legitimer Geschäftsführer anerkannt werden und neue Projekte realisieren. Das Unternehmen arbeitet nun an der Wiederherstellung seines Rufes in der Gegend, um wieder qualifiziertes Fachpersonal finden zu können.

Der Führungskreis – Konflikt im Wirtschaftsunternehmen

Darstellung Ausgangslage

Es handelte sich bei der Mediation um einen Auftrag in einem deutschlandweit agierenden Unternehmen. Die Vorstandsmitglieder und die Niederlassungseiter können sich nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan für die Zukunft des Unternehmens einigen. Die Meinungsverschiedenheiten gehen so weit, dass das Unternehmen auseinanderzubrechen droht. Auftraggeber der Mediation ist ein Mitglied des Vorstandes. Nach langer Zeit begegnen sich alle Führungskräfte wieder in versammelter Runde.

Der Konflikt

Zwischen einigen Niederlassungsleitern, Fachbereichsleitern und Vorständen hatten sich seit einigen Jahren Konflikte verfestigt, die vordergründig organisationaler Natur waren und in einem bestimmten Maße zwischenmenschliche Implikationen hatten. Unklarheiten sowie Uneinigkeiten bestehen bei einigen Parteien hinsichtlich von Zuständigkeiten und die Ausführung bestimmter Tätigkeiten. Des Weiteren wurde eine Überlagerung mehrerer Aufgaben bemängelt, die nicht mehr zu bewerkstelligen sei.

Die Konfliktpartner

Die Konfliktpartner sind zum einen gleichberechtigte Vorstände und Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens, zum anderen handelt es sich um Niederlassungsleiter und Fachbereichsleiter. Insgesamt 14 Personen sind Träger des Konflikts. Implizit sind auch alle weiteren Mitarbeiter des Unternehmens betroffen, weshalb eine Einigung auf Führungsebene wünschenswert erscheint.

Das Vorgehen

Die Mediation war auf drei Tage anberaumt. Der gesamte Mediationsprozess fand mit allen Beteiligten in einem Raum statt. In einem ersten Schritt wurden Themen gesammelt, die im Laufe der Mediation bearbeitet werden sollten. Die Herausforderung für den Mediator bestand darin, schon von Anbeginn eine große Übersetzungsarbeit zwischen den Anwesenden zu leisten. Diese hatten sich lange Zeit nicht mehr gesprochen, weshalb Sichtweisen bezüglich der Funktionsweise des Unternehmens und Rollenverständnisse ungleich waren. Zu jedem Thema wurden die dahinterstehenden Interessen herausgearbeitet, Lösungsoptionen gesammelt und anschließend wurden diese ausgiebig diskutiert.

Ergebnisse

In der 3-tägigen Mediation konnten Konflikte zu den Themenbereichen Budget, Aufgabenverteilung, Erweiterung von Entscheidungsbefugnissen und die Struktur des Unternehmens aufgelöst werden. Dies konnte die Grundlage zur Lösung noch nicht bearbeiteter Konflikte schaffen. Im Führungskreis herrschte Konsens darüber, dass die Mediation maßgeblich dazu beigetragen hatte, die Teamverbundenheit zu bestärken.