| Familie & Soziales
Unser Dozent Christian Kästner stellt sich vor
Unsere Ausbildung Rechtliche Betreuung und Sozialberatung wird neben den fachlichen Inhalten vor allem geprägt durch die Erfahrungen und Perspektiven unserer Dozentinnen und Dozenten.
Christian Kästner ist Diplom-Sozialarbeiter und -Sozialpädagoge und seit vielen Jahren in der rechtlichen Betreuung tätig. Seit 2000 arbeitet er als selbstständiger Berufsbetreuer, seit 2008 zudem als Vormund. Darüber hinaus ist er Mediator mit den Schwerpunkten Familie und soziale Handlungsfelder sowie Suchtberater.
Seine langjährige Praxiserfahrung bringt Christian Kästner als Dozent in den Sachkundelehrgang Rechtliche Betreuung und Sozialberatung ein. Im Interview erzählt er, wie er zur rechtlichen Betreuung gekommen ist, warum praktische Erfahrungen für den Beruf so wichtig sind und weshalb er sich seit vielen Jahren berufspolitisch engagiert.
Warum haben Sie sich entschieden, rechtlicher Betreuer zu werden?
1994 habe ich während meines Studiums der Sozialpädagogik ein Praktikum in einer Betreuungsbehörde absolviert und dadurch erste Berührungspunkte mit dem Betreuungsrecht bekommen. Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass mein Vater als Betreuungsrichter tätig war.
Während meines Studiums habe ich in einer Erziehungsberatungsstelle gearbeitet. Mich hat fasziniert, beruflich nicht nur mit einer bestimmten Altersgruppe, sondern mit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen zu arbeiten.
Mein Anerkennungsjahr habe ich in einem Betreuungsverein absolviert und dort immer mehr Gefallen an der Arbeit mit unterschiedlichen Menschen gefunden. Wichtig war und ist mir dabei, Menschen nicht zu bevormunden, sondern sie und ihre individuelle Lebenssituation ernst zu nehmen. Kein Fall ist wie der andere – und genau das macht unsere Arbeit auch nach knapp 30 Jahren immer noch spannend.
Was gefällt Ihnen am Unterrichten im Sachkundelehrgang besonders gut?
Rechtliche Betreuung hat neben den theoretischen Grundlagen sehr viel mit praktischer Arbeit zu tun. Im Sachkundelehrgang von IKOME | Steinbeis Mediation geht es deshalb nicht nur darum, theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern auch erste Praxiserfahrungen zu sammeln.
Unsere Klienten reagieren in der Theorie eben oft anders als in der Praxis. Deshalb ist es aus meiner Sicht besonders für Neueinsteiger hilfreich, dass die Dozenten selbst viel Praxiserfahrung in der rechtlichen Betreuung mitbringen. Auch das Praktikum ist wichtig, um das Erlernte mit der Praxis abzugleichen und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Was begeistert Sie an der Arbeit als selbstständiger Berufsbetreuer?
Ende 1999 musste ich mich entscheiden, ob ich aus der Betreuung aussteige oder nicht, da unser Betreuungsverein in finanzielle Schieflage geraten war. Als Einsteiger hatte ich die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses und die Nähe zu erfahrenen Kollegen sehr geschätzt. Nach langem Überlegen habe ich dennoch den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – am Anfang keineswegs ein einfacher Weg.
Rückblickend war es für mich die richtige Entscheidung. Die freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit, beispielsweise über die Anzahl der Betreuungen oder die eingesetzte Software selbst zu entscheiden, empfinde ich als große Vorteile. Allerdings bedeutet Selbstständigkeit auch Mehrarbeit, mehr Verantwortung und Risiken, derer man sich bewusst sein muss.
Sie sind Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt beim Bundesverband der Berufsbetreuer*innen e. V. (BdB). Was begeistert Sie an dieser Tätigkeit?
Mit dem BdB bin ich bereits während meiner Zeit im Betreuungsverein in Kontakt gekommen. Mich haben der Austausch mit anderen Kollegen und die Interessenvertretung durch den Verband schnell begeistert.
Nach meinem Schritt in die Selbstständigkeit wurde ich gefragt, ob ich mich in der Landesgruppe engagieren möchte. Ich habe gern zugesagt, denn schon damals gab es viele Herausforderungen, etwa bei Vergütung und Qualität. Ich wollte meinen Teil dazu beitragen, die rechtliche Betreuung weiterzuentwickeln.
Mein Engagement führte mich schließlich für zwölf Jahre als Beisitzer in den Bundesvorstand. Seit knapp zwei Jahren bin ich Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen konnten wir bereits einiges auf den Weg bringen und arbeiten auch in verschiedenen Arbeits- und Projektgruppen auf Bundesebene mit. Für mich ist die Verbandsarbeit eine gute Abwechslung zur täglichen Betreuungsarbeit.
Mehr Informationen zum Sachkundelehrgang
Erfahren Sie mehr über unseren Sachkundelehrgang Rechtliche Betreuung und Sozialberatung auf unserer Webseite.
In kostenfreien Informationsveranstaltungen beantwortet Bildungsmanagerin Elisa Wilhelm alle Fragen zu unserer Ausbildung.
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